Was ist ein Wachkoma?
Unter einem apallischen Syndrom wird traditionell ein weitreichender Verlust von Selbstbewusstsein und Kontaktfähigkeit als Folge einer schweren Schädel-Hirnverletzung oder eines Sauerstoffmangels verstanden. Häufig wird der Begriff Wachkoma verwendet.
Betroffene haben die Augen zeitweise geöffnet und zeigen einen Wach-Schlaf-Rhythmus. Eine vertraute Kontaktaufnahme ist jedoch stark eingeschränkt, obwohl vegetative und emotionale Reaktionen möglich sind. Atmung und Kreislauf können stabil sein; die Beweglichkeit ist häufig durch einen erhöhten Muskeltonus eingeschränkt.
Eine höchst individuelle Situation
Ein Wachkoma kann nach einem Schädel-Hirn-Trauma, einem Schlaganfall, akuter Atemnot oder einer anderen schweren Sauerstoffunterversorgung des Gehirns entstehen. Wie sich ein Mensch entwickelt und welche Zeichen er zeigt, ist individuell. Eine verlässliche zeitliche Prognose lässt sich daraus nicht ableiten.
Für uns ist wichtig, einen Menschen nicht auf eine Diagnose zu reduzieren. Auch wenn gewohnte Kommunikation nicht möglich ist, begegnen wir ihm respektvoll, aufmerksam und mit der Bereitschaft, kleine Reaktionen wahrzunehmen.
Kontakt und Dialog
Dialog bedeutet nicht nur den Austausch von Worten. Frühe Formen von Kommunikation können über Stimme, Berührung, Geruch, Musik, Rhythmus oder wiederkehrende Abläufe entstehen. Offenheit und Respekt gegenüber dem Dialogpartner sind dafür entscheidend.
Über die behutsame Ansprache verschiedener Sinne kann Wahrnehmung angeregt und Orientierung unterstützt werden. Pflegekräfte, Therapeuten und Angehörige suchen gemeinsam nach Zugängen, die zur Biografie und zur aktuellen Situation des Menschen passen.
Vertraute Menschen als wichtige Partner
Angehörige und Freunde kennen die Lebensgeschichte, Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen eines Menschen. Dieses Wissen kann helfen, individuelle Angebote zu entwickeln und vertraute Situationen zu schaffen. Emotionale Nähe und Vertrauen sind wichtige Grundlagen für eine tragfähige Pflegebeziehung.
Unser Verständnis
Menschen im Wachkoma sind Teil unserer Gemeinschaft. Sie brauchen fachliche Sicherheit, Therapie und Pflege – ebenso wie eine würdige Ansprache, Beziehung und Schutz. Unsere Aufgabe ist es, sie in ihrer jeweiligen Lebenssituation nicht allein zu lassen.
Diese Seite bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung oder Diagnose.

