Situation
Die Diagnose Wachkoma trifft Familien meist völlig unvorbereitet. Zu Sorge, Trauer und Unsicherheit kommen viele praktische Fragen: Wo gibt es einen geeigneten Pflegeplatz? Welche Therapien und Hilfsmittel sind wichtig? Wie kann ich meinem Angehörigen nahe sein?
Angehörige und Freunde spielen für Menschen im Wachkoma eine entscheidende Rolle. Ihre Anwesenheit, Körperkontakt und ihr Wissen über frühere Gewohnheiten können Pflegekräften und Therapeuten helfen, Kontakt aufzubauen. Vertraute Menschen sind häufig der Schlüssel zu einer individuellen Begleitung.
Unterstützung und Austausch
Mit Gesprächen und Informationsaustausch möchten wir die Situation für Angehörige und Freunde verständlicher und tragbarer machen. Unser Team erklärt das Krankheitsbild, beantwortet Fragen zum Pflegezustand und zeigt Möglichkeiten auf, wie vertraute Menschen sinnvoll am Alltag und an der Therapie teilhaben können.
Die Zusammenarbeit soll Angehörigen Sicherheit geben und das Gefühl der Hilflosigkeit verringern. Gleichzeitig erfahren wir durch Familien viel über die Persönlichkeit, Vorlieben und Lebensgeschichte eines Bewohners.
Ziele
Wir möchten Angehörigen helfen, mit der veränderten Lebenssituation umzugehen und einen eigenen, tragfähigen Weg im Kontakt mit ihrem erkrankten Menschen zu finden. Im Austausch mit anderen Betroffenen kann eine unterstützende Gemeinschaft entstehen.
Angehörige lernen, kleine Zeichen wahrzunehmen, auf individuelle Weise zu kommunizieren und den Menschen so anzunehmen, wie er im jeweiligen Moment ist. Eine aktive, freiwillige Einbindung in Alltag, Pflege und Therapie kann Vertrauen schaffen – für Bewohner, Angehörige und das Team.
Eine Rückmeldung, die uns begleitet
„Den Umständen entsprechend hat sie sich wohl und geborgen gefühlt. Diesen Eindruck haben wir bei jedem Besuch gehabt. Wir behalten Sie in sehr guter Erinnerung.“
— Angehörige einer früheren Bewohnerin, 2019

